Wer wir sind
Ziele der Gemeinschaftsbildung I Projekt Tiny House Siedlung
Wir sind eine Gruppe von Menschen, die das Bedürfnis nach einem gemeinschaftlichen Zusammenleben auf mobilem und bezahlbarem Wohnraum haben. Wir wollen die Vorteile der Stadt mit gemeinschaftlichem Dorfleben verbinden, um bis ins Alter eine enkeltaugliche Lebensweise leben und erhalten zu können. Daraus entstand die Idee zur Gründung eines Tiny House Siedlungsprojektes – ein in dieser Form innovatives Modellprojekt in unserer Region.
Unsere Ziele sind:
1.Aufbau einer Tiny-House-Gemeinschaft, die Co-Living als bewussten Prozess des Miteinander-Lebens versteht.
2.Gelebte Grundwerte: Gleichwertigkeit, Gemeinschaft, Nachhaltigkeit, Vielfalt und solidarisches Zusammenleben.
3.Ein Mehrgenerationenmodell mit Kinderfreundlichkeit im Mittelpunkt.
4.Bewusster Umgang mit Ressourcen durch Teilen von Gütern und gemeinschaftlichen Einrichtungen (Sharing).
5.Regionale Wertschöpfung und Vernetzung durch Werkstätten, Ateliers, Begegnungs- und Seminarräume (Co-Working).
Grundwerte und Philosophie
Die Grundwerte unserer Gemeinschaft bilden die Basis für das Zusammenleben. Wir möchten ein Umfeld schaffen, in dem Gleichwertigkeit, Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Vielfalt gelebt werden. Diese Werte verstehen wir als Ziele, die wir gemeinsam weiterentwickeln.
Gleichwertigkeit
.. bedeutet, dass alle am Leben in der Gemeinschaft teilhaben und aktiv mitgestalten können.
.. heißt, einander auf Augenhöhe zu begegnen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft.
.. umfasst Entscheidungsprozesse, die fair, transparent und wertschätzend gestaltet sind.
.. drückt sich in einer basisdemokratischen Haltung aus, unabhängig von finanziellen Beiträgen oder sozialem Status.
Gemeinschaft
.. verstehen wir als ein dynamisches Ziel, das wir bewusst pflegen und weiterentwickeln.
.. lebt von Toleranz, Akzeptanz und einer respektvollen, achtsamen Kommunikation.
.. wirkt der zunehmenden Vereinsamung entgegen: Wir fördern Vernetzung, lebendige Nachbarschaft und gegenseitige Unterstützung – für alle Generationen, kinderfreundlich und im Co-Living.
.. bedeutet, Güter, Flächen und Ressourcen zu teilen und solidarisch zu wirtschaften.
.. braucht Offenheit, Vertrauen und die Bereitschaft, das gemeinsame Leben aktiv mitzugestalten.
Nachhaltigkeit
.. begreifen wir ökologisch, ökonomisch und sozial – mit einem systemischen, zukunftsorientierten Ansatz.
.. heißt, bewusst mit Ressourcen umzugehen und im Einklang mit der Umwelt zu leben.
.. bedeutet, möglichst geschlossene Kreisläufe zu schaffen.
.. fordert Genügsamkeit: Wir beanspruchen nur so viel Raum, wie wir tatsächlich benötigen.
Vielfalt
.. verstehen wir als Bereicherung, die unsere Gemeinschaft lebendig und bunt macht.
.. heißt, Menschen unabhängig von sozialem Hintergrund, Alter, Familienstand oder Herkunft willkommen zu heißen.
.. schließt jede Form von Diskriminierung aus – sei es aufgrund von Religion, Aussehen, Herkunft oder sexueller Orientierung.
.. bedeutet, in einem achtsamen, toleranten, gewaltfreien und wertschätzenden Miteinander zu leben.
Wohnkonzept
Wie? | Mobile Nachbarschaftsgemeinschaft
Wir wünschen uns ein Wohn- und Gemeinschaftsleben, das sowohl individuelle Freiheit als auch gemeinsames Miteinander ermöglicht. Die Privatsphäre jedes Einzelnen hat dabei einen hohen Stellenwert. Gleichzeitig legen wir Wert auf nachbarschaftliche Unterstützung, gegenseitige Verantwortung und gemeinschaftliches Handeln.
Dazu gehört, Zeit und Raum für gemeinsame Aktivitäten zu schaffen und Konsumgüter solidarisch zu teilen.
„Mobil“ bedeutet für uns Flexibilität: Wohnraum kann an veränderte Bedürfnisse angepasst werden. Wir möchten daher die Möglichkeit haben, Häuser und die dazugehörigen Flächen innerhalb des Geländes zu tauschen oder umzusiedeln. Feste, unbewegliche Bauten schließen wir aus – unsere Wohnräume bleiben bewusst mobil.
Was? | Tiny House
Tiny House bedeutet wörtlich übersetzt „winziges Haus”. Das heißt, wir wollen auf so viel Wohnraum leben, wie jede*r wirklich braucht (Tiny Living). Dadurch haben wir gleichzeitig mehr Raum für gemeinschaftlich genutzte Fläche. Beim Bau der Tiny Häuser und Gemeinschaftsflächen legen wir Wert auf eine ressourcenschonende und umweltfreundliche Bauweise. Schnell veränderbar, erweiterbar oder auch rückbaufähig bis hin zu 100%iger Recyclebarkeit sind Bau- und Wohnziele. Um mobil bleiben zu können, sollen die Häuser transportabel bleiben.
Wo? I Flächenplanung
Am 24.09.2025 entschied die Stadtverordnetenversammlung Neustrelitz über die Erstellung eines Bebauungsplans für das Gelände „Am Domjüchsee“. Dieser Standort am Stadtrand ist ideal für unser Tiny-House-Siedlungsprojekt.
Für maximal 16 Parteien stehen Einzelflächen zur Verfügung, während ein Großteil der Fläche gemeinschaftlich genutzt wird – etwa für ein Gemeinschaftshaus, den Garten, Spielplatz und weitere Außenbereiche.
Mit wem? | Netzwerk
Neben Wohnraum möchten wir auch Räume für Gewerbe schaffen – sowohl für unsere Gemeinschaft (z. B. Atelier, Werkstatt, Garten) als auch als Co-Working-Space zur Vermietung. Dadurch können vielfältige Ideen und Projekte verwirklicht werden, etwa:
- Begegnungsräume für Gruppen und Initiativen
- ein Mitmach-Café zum gemeinsamen Kochen und Backen
- ein Repair-Café nach dem Prinzip „Reparieren statt Konsumieren“
- ein Verschenkeladen mit Lebensmitteln aus Foodsharing sowie Kleidung, Büchern u. a.
- ein LeihLaden als Tauschbörse für Gartengeräte, Werkzeuge u. v. m.
- ein Permakulturgarten zur gemeinschaftlichen Bewirtschaftung
So entsteht ein lebendiges Netzwerk, das Wohnen, Arbeiten und gemeinsames Gestalten miteinander verbindet.
Nachhaltigkeitskonzept
Nachhaltigkeit als Begriff
Wir möchten achtsam mit uns selbst und unserer Umwelt umgehen – und zugleich ein Vorbild für unsere Umgebung sein. Es gibt viele Möglichkeiten, sich aktiv an einer zukunftsorientierten Welt zu beteiligen. Nachhaltigkeit verstehen wir dabei ganzheitlich: ökologisch, ökonomisch und sozial – also in einem systemischen Zusammenhang.
Energiekonzept
Unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben zur Anschlusspflicht an das örtliche Strom- und Heiznetz verfolgen wir das Ziel, unsere Tiny Häuser möglichst ökologisch und durch eigene Energiequellen zu versorgen. Die Stadtwerke Neustrelitz unterstützen uns dabei mit dem Aufbau von Photovoltaikanlagen, die Sonnenenergie nutzbar machen. Dafür werden Solarmodule auf den Dächern der Tiny Häuser installiert. Die so gewonnene Energie kann sowohl für die Stromversorgung als auch zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Ergänzend dazu ist der Einsatz von Wärmepumpen zur Nutzung von Erdwärme sowie die Wärmeversorgung durch das Verbrennen umweltfreundlicher Rohstoffe vorgesehen.
Kreislaufwirtschaft
Die Kreislaufwirtschaft (circular economy) ist ein System, in dem Rohstoffe, Abfälle, Emissionen und Energieeinsatz möglichst stark reduziert werden. Ziel dieses nachhaltigen Wirtschaftens ist es, Ressourcen zu schonen und Energieverbrauch zu minimieren – ganz im Sinne der Suffizienz.
Wir verstehen Kreislaufwirtschaft jedoch nicht nur ökologisch, sondern auch sozial: Sie soll auf Solidarität statt auf reines Wachstum ausgerichtet sein und damit ein gerechtes, zukunftsfähiges Miteinander fördern. Dazu gehört für uns auch, bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen.
Zugleich wollen wir uns bewusst mit Fragen auseinandersetzen wie:
- Was brauche ich wirklich – und wie viel möchte ich besitzen?
- Was möchte ich selbst besitzen und was kann ich teilen?
- Kaufe ich etwas neu oder nutze ich lieber Reparaturmöglichkeiten oder Second-Hand-Angebote?
Um Ressourcen sinnvoll einzusetzen, möchten wir bestimmte Güter und Räume als Gemeingut nutzen. Dazu zählen:
- öffentliche Räume zum Kochen und Begegnen
- Bewegungs- und Seminarräume
- Werkstatt und Atelier
- Gartengeräte und Gemeinschaftsgarten
- Gästehaus, Waschhaus und Sauna
- Tauschregale, Gemeinschaftswerkstatt sowie Spiel- und Kindersachen
So schaffen wir einen Ort des Teilens, der Kreativität und des bewussten Wirtschaftens – mit viel Raum für neue Ideen.
Mobilitätskonzept
Unsere Vorstellung von nachhaltiger Mobilität ergänzt das Konzept der Kreislaufwirtschaft. Geplant ist der Aufbau eines gemeinschaftlichen Leihsystems, das den privaten Autobesitz reduziert und damit die Umwelt schont. Dazu zählen sowohl Carsharing-Angebote (gemeinsame Nutzung von Autos) als auch Bike-Sharing, mit einem besonderen Fokus auf Lastenfahrräder. Darüber hinaus streben wir eine weitgehend autofreie Siedlung an. So entsteht mehr Raum für Kinder zum Spielen, für Begegnungen innerhalb der Gemeinschaft und für zusätzliche Grünflächen.
Stoffkreisläufe
Kurz gesagt: Alles, was in unser System hineinkommt, soll auch einen umweltfreundlichen Weg herausfinden. Wir möchten ein Kreislaufkonzept entwickeln, das Wasserverbrauch, Abfallentsorgung und die Ausscheidungen von Lebewesen in möglichst geschlossenen Kreisläufen berücksichtigt.
Baustoffkreislauf
- Recycling und Wiederverwendung von Baumaterialien
- aktive Suche nach gebrauchten oder zur Entsorgung vorgesehenen Materialien („second life“)
Müllkreislauf
- konsequente Mülltrennung
- Wiederverwertung möglichst vieler Rohstoffe (z.B. Papier, Pappe, Bioabfälle für Kompost)
Wasserkonzept
- Nutzung von Regenwasser
- Mehrfachverwendung von Wasser durch ein Grauwassersystem
Grünflächen
Für uns hat die nachhaltige Pflege und Nutzung der Grünflächen hohe Priorität. Wir planen einen Gemeinschaftsgarten zur Selbstversorgung, in dem Konzepte der Permakultur Anwendung finden – etwa Hochbeete, Kompostierung und die Nutzung der Gegebenheiten des Geländes.
Ziel ist es, die Artenvielfalt zu fördern und eine bienenfreundliche Umgebung zu schaffen. Gleichzeitig soll der Garten ein offener, inklusiver Raum sein, der Begegnungen für Ortsansässige ermöglicht, von Kindergärten über Familien bis hin zu Senior*innen.
Soziales Leben
Die Wünsche und Bedürfnisse aller Beteiligten stehen bei Planung und Umsetzung im Vordergrund. Nach dem Bottom-up-Prinzip (von unten nach oben) treffen wir als zukünftige Bewohner*innen Entscheidungen gemeinsam und beziehen externe Unterstützung bei Bedarf ein.
Wir verstehen den Gemeinschaftsprozess als organisch und dynamisch:
- In der Gründungsphase treffen wir uns monatlich zu Gemeinschaftswochenenden.
- Dazwischen arbeiten Arbeitsgruppen an unterschiedlichen Themen.
- Wir entwickeln kontinuierlich unser Gemeinschaftsverständnis (WIR-Prozess) und erforschen verschiedene Kommunikations- und Entscheidungsmethoden.
Als Gemeinschaft wollen wir transparent, wohlwollend und aktiv unsere Nachbarschaft mitgestalten. Jeder soll sich getragen, gesehen, sicher und verbunden fühlen. Wir fördern eine innere Haltung von Eigen- und Mitverantwortung (Vertrauen, Verbindlichkeit, Empathie, Offenheit, Klarheit) und schaffen zugleich Raum für die Entfaltung der Persönlichkeit (Authentizität).
Offenheit und Transparenz
Wir möchten Interessierten die Möglichkeit geben, sich an unserem Projekt zu beteiligen, sich zu informieren und sich organisch und prozessorientiert einzubringen. Unser Prozess wird transparent und frei zugänglich gestaltet – die Website spielt dabei eine zentrale Rolle.
Weitere Möglichkeiten der Beteiligung sind:
- Führungen und Themen-Workshops
- Bildungsarbeit und Kooperationen mit Institutionen
- Gemeinsam gestaltete Projekte (siehe „Netzwerk | Mit wem?“)
Regionale Wertschöpfung
Zusätzlich zum Gemeinschaftsgarten möchten wir Lebensmittel aus regionaler, saisonaler und biologischer Landwirtschaft beziehen. Auch in anderen Bereichen legen wir Wert auf regionale Kooperationen und die Unterstützung lokaler Unternehmen, um die Wertschöpfung vor Ort zu stärken.



